Sludge

Gutbucket / Ken Thomson
Sludge test (LP)

LP (analog), nrw20361LP, EAN 0656605824215 / CX3
Jazz, rec. 2005

Ken Thomson sax / Ty Citerman guitar / Eric Rockwin bass / Paul Chuffo drums

Brachiales für die Clubs. Laut und drängelnd ist diese Musik. Und eingängig auf sehr pralle Art. Gitarrenriffs, treibendes Schlagzeug, offensiver Bass und Tempo, Tempo, Tempo. Nur wo sonst ein Sänger steht, hechtet hier ein Saxofonist durch sehr präzise Stücke, die umgehend Bauch und Kopf okkupieren. „Circadian Mindfuck“ etwa wäre in einer gerechten Welt ein Hit. Gutbucket aus Brooklyn kommen von John Zorns Zapping Music her, doch sie sind nicht stillgestanden: Hardrock, Punk, Klezmer, Balkan, Klassik, Minimal, Free Jazz, Blues, Polka, Funk und ein bisschen Oliver Messiaen verwirbeln sie zur funktionierenden Synthese. Nichts ist verkopft. Der Bandname bezeichnet in Zeiten der Prohibition den Eimer, mit dem man Schnaps heim trug. Ein Gefäss für Hochprozentiges, am Reinheitsgebot vorbei destilliert. Eben. (Ulrich Steinmetzger, Berner Zeitung)

Gutbucket brauchen keinen Warm-up. Vom ersten Ton an ist das Quartett mittendrin im Zünden seiner Ideen, die sich dann wie wuchtige Feuerwerkskörper bizarr und lustvoll entladen. Auch auf ihrem dritten Album ist sich die New Yorker Band treu geblieben. Selbstlos nutzen die vier das energetische Potential aus Jazz, Blues und Punk und wuchten diese Einflüsse mit Hilfe einer enormen Musikalität neu zusammen ohne sich groß mit irgendwelchen Zitaten aufzuhalten.
Trotz dieser scheinbaren Respektlosigkeit und selbstverordneten Anarchie steckt auf „Sludge Test“ eine stark visionäre Komponente in der Musik, die sich in dem leidenschaftlichen Überwinden von eng gesteckten Mustern ausdrückt. Bei Gutbucket feiert der Jazz auch im siebten Jahr ihres Bestehens seine Freiheit in der Wahl der Mittel. (Jörg Konrad, Jazzzeitung)